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Schreibwerkstatt

Lesung

IV. Hoffnung

Die Hoffnung

Hoffnung trägt mich jeden Tag,
da wo ich verunsichert bin,
da wo die Gefühle schmerzen.
Hoffnung zieht mich, treibt mich,
trägt mich, hält mir stets das Bild
des ersehnten Zieles vor Augen.
Hoffnung ist mein festes Fundament,
der Freund, der zu mir hält,
auch wenn mich mal Ängste plagen.
Ich schöpfe alle Kraft aus der geschenkten Hoffnung.
Das macht den Weg zum Ziel
und führt in die tiefste Dimension der Dankbarkeit.

Dagmar Spiegel

Außen hell, innen dunkel.

Draußen ist es hell und sonnig, und eigentlich müsste es mir gut gehen. Ich fühle mich aber düster und schlecht.
Ich habe heute unter der Sonne gelitten. Es ist ihr nicht gelungen, mein Inneres zum Leuchten zu bringen, eher ist das Gegenteil geschehen. Die Helligkeit der Sonne hat das Dunkle zum Vorschein gebracht

So wähle ich ein schwarzes Tuch, weil die Farbe zu meiner Stimmung passt. Es ist aus dünnem Stoff und durchsichtig.
Ich halte das Tuch gegen das Licht und das Licht scheint sanft hindurch. Es ist kein düsteres Schwarz mehr, sondern ein lichtes Tuch mit verschiedenen hellen Schwarztönungen.
Die Farben der Umgebung scheinen hindurch: Das Orange der Tulpen und die hellen Farben der gegenüberliegenden Häuser. Das, was düster und dunkel war, wird durch die Sonne erleuchtet, wobei ein schwarzer Flor bleibt.

So ist hier im Paulushaus das Licht durch meine Seele gestrahlt und hat sie wieder leicht erleuchtet mit schwarzen Tönungen, die hell erscheinen.

Konrad Folkmann

Verlorene Freude

Ich wache auf,
komme mir allmählich näher.
Ich stehe neben mir
und lege die Hand
auf meine Schulter.
Mein Selbst weißt es,
ich noch nicht.
Aus der Berührung
entsteht eine Wunde,
aus der Wunde
erblüht eine weiße Feder.
Das Blut pocht ermutigt im Herzen.
Die Wellen überwältigen mich,
samt meiner Rüstung.
Ich höre mich,
meine Stimme klingt
wie eine Melodie aus Urzeit.
Ich sehe dein Gesicht,
tausendmal umarme ich dich.
Ich sehe immer wieder dein Gesicht,
jedes Mal siehst du anders aus,
und immer wieder bist du dieselbe.
Ich höre nicht auf zu atmen,
werde von den Wellen überwältigt,
bis ich werde
zu einer Welle,
die ihren Weg sucht,
durch Wasser, Wüste, Flüsse
und das große Meer,
wo die Tropfen,
jeder Tropfen nach der verlorenen Freude sucht.
Und siehe!
Sie finden die verlorene Freude wieder,
die das Ende zum Anfang kehrt!

Kamran Djahangiri

Hallo, Du, schau mir mal in die Augen!

Ich möchte mich gerne mit Dir unterhalten.
Was machst Du denn alles so?
Vergiss bloß nicht, auch Du, zu lächeln!
Weißt Du, oft gibt es ja wirklich nicht viel zu lachen.

Klar weiß ich das auch.
Meinst Du, ich wohne hinterm Mond?
Na, aber ich schwebe doch meistens zwischen euch und bekomme auch ganz schön mit, was da so los ist bei euch. Manchmal ist es wohl gut, dass ich meine Flügel nicht abgelegt habe.

Was? Ja klar, die können wir Engel im Himmel im Schrank ablegen. Manche meiner Kollegen wollen halt nicht so auffallen

Ja, natürlich gibt es Menschen, die uns sehen können. Wenn wir dann keine Flügel haben, erkennen die uns oft nicht als Engel – na, ja, zu der Sorte gehöre ich nicht.

Was meinst Du? Ob ich ein Erzengel bin? Schwer zu sagen, denn oft habe ich tatsächlich eine wichtige Botschaft zu verkünden. „Freut euch, noch einmal sage ich, freut euch, der Herr ist nahe!“

Schwer? Ach, Du musst Dich nur in die Nähe dieses Herrgotts begeben und den 16. Psalm lesen – am Ende steht doch: „Vor deinem Angesicht ist Freude in Fülle!“
Außerdem, Du hast doch selber Dein Prädikat gewählt: „Von der Freude in Gott?!“
Also, lächle mal schön zurück und lächle nicht nur mich an, sondern schenke ein Lächeln allen um Dich herum – kostet ja nix.

Wieso – was? „Es kostet viel?“ – Na, Du musst Dich nur einlassen, los lassen, überlassen diesem Deinen Herrgott.

Protest? – ich sagte, es ist doch ganz einfach – überlass Dich dem Herrgott.

He‘, nicht solche Kraftausdrücke … ziemt sich nicht für eine Nonne- verflixt nochmal – dann machen wir es zusammen –

Halt, halt!
Siehst Du, ja, ich bin dein freudiger Schutzengel!

Sr. Katarina

Das Ende zum Anfang kehren.

Immer wieder gefährliche Impulse, denen ich nachgebe.
Danke, guter Gott, dass ich überhaupt noch lebe.
Ich möchte gegen die Impulse aufbegehren
– eben
das Ende zum Anfang kehren.

Mein Leben, es wurde mir geschenkt –
es ist schockierend, wenn man bedenkt,
dass ich dieses Geschenk oft nicht wertschätze
und mich im wahrsten Sinne des Wortes verletzte.
Ich wünsche mir, dass positive Gedanken sich vermehren,
denn ich möchte
das Ende zum Anfang kehren.

Die Therapie schenkt mir die Chance,
mich aufs Wesentliche zu besinnen
und vielleicht nochmal ganz von Vorne zu beginnen.
Das Ende ist nicht das Ende, ich befrei‘ mich von allem Schweren
– gibt mir dies doch neue Hoffnung –
das Ende zum Anfang kehren.

Mareike Rautenbach

Regen

gewitterschwarze Wolken
über Fetzenblau Himmel
brechen Farben entzwei
stürzen ins Meer

kraftvolles Grün
blasst schrill durch
zuckende Wildwasser
nur ein Berg
nur ein Wasser

Hoffnungstaube
flieht Schrei
im Landungssturz
zur Erde

Annegrete Feckler

Papis Sonnenschein

einst
nun schlaflos
Sturmgetrieben
Flügel woher?
Gedanken verschüttet
in sumpfigem Grund
Arme ausstrecken
Greifen wonach?
Struktur suchen
sich finden wiederfinden
das Gottvertrauen

Pusteblume
Lebensliebe
Lebensfreude

Sonnenkind wonniges
singendes hüpfendes tanzendes
Suchen

Sonnenkind
in der Seifenblase segelnd
Spinnereien verknüpfend

Freude und Leid
zu kostbarem Stoff
wo?
suchen es zu retten
aus sumpfigem Grund
Fängen der Schlingpflanzen
drohend
Gestirne
Ferne Erinnerung
an Gottvertrauen

Angelika G.

Vergiss dein Bett und die Ruh,

das Leben winkt dir fröhlich zu.
Du sollst herauskommen und einsteigen,
und im Leben fröhlich verweilen.
Viele gute Dinge sollst du tun,
jetzt ist nicht Zeit zum ruhn.
Wohlan es ist Tag, die Sonne scheint,
beginn zu singen und glücklich zu sein.
Das Leben lädt dich ein zu spielen,
wir sollen der Fröhlichkeit dienen.
Es ist genug davon da … bitte sehr,
die Fülle – so groß und so weit wie das Meer.

Elisabeth Masuhr

Jawohl

ich komme
auf dich zu
und ich lasse zu
dass wir gemeinsam schauen, was
Du und ich gemeinsam haben können
ein freundliches Wort, ein verständnisvoller Blick, ein
herzliches Lachen zwischen dir und mir
gibt neue Kraft zum Weitermachen
und macht mir Mut
weiter zu gehen
also keine
Angst