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Schreibwerkstatt

Lesung

V. Sehnsucht

Frühling

O, wie sehr sehne ich mich – zu blühen, zu sprießen, auszuschlagen – meine Kraft, meine Lebendigkeit zu zeigen. Denn ich weiß doch so sehr, dass schon alles DA ist. Ja, einfach DA-sein, mit allem, was mich ausmacht. Die Kraft, mein Strahlen: ich möchte so gern allen Menschen damit große Freude machen. Und auch ich selber werde dabei so froh zu sehen und zu spüren: all das wächst durch mich!!

Jedoch — zur Zeit „herrscht“ noch jemand anderer – der Winterkönig möchte keinen Platz für mich machen. Eisig geht er noch umher, hüllt alles nochmals in Weiß – lässt wieder und wieder alle Wasser frieren.

Aber … Ich weiß, er wird verlieren!
So wie jedes Jahr bildet er sich wieder ein, dass er die Alleinherrschaft hat. Ich denke: „Ach, lasse ihn doch!“ Die Vögel spüren meine Nähe und jubeln und singen morgens früh schon gewaltig. Vor allem mein geliebter Amsel – wie hat er laut heute Morgen in unserem Innenhof jubiliert. „Ja, ich komme, aber hab‘ noch etwas Geduld …“

Verschiedene Blumen rufen mir zu: „Komm, komm doch endlich!! Lass uns nicht länger warten!“ Ich antworte froh und zuversichtlich: „Hab‘ Mut und helf mit, den Winterkönig zu vertreiben!“ Denn nur, wenn wir uns zusammentun, wird er weichen müssen. Und er weiß das genau.

Ich hüpfe schon zwischen den Schneeglöckchen – sie sind ja meine Verbündeten – als erste sind sie schon da und läuten meine Zeit ein!

Jetzt berühre ich die Osterglocken – doch, sie schlafen und schlummern noch und die Zwiebel in der Erde brummt: „Lass mich noch in Ruhe!“

O, dann meine lieben Forsythien „Kommt, kommt und zeigt eure leuchtend gelben Blüten:“
Ich springe die Zweige rauf und runter und klopfe auf die Erde: „macht auf und gebt eure ganze Kraft den Zweigen, den schon sprossenden Blütchen!“
Jetzt – der Magnolienbaum, die Kirchblüten und die Mandelbäumchen. Der Magnolienbaum flüstert mir zu: „Nicht so stürmisch, lieber Frühling, der Winterkönig ist noch nicht gewichen …!“

„Ja, wir müssen ihn gemeinsam vertreiben, helft mir.
„Bald, bald …“ rufen sie alle.

Sr. Katarina

Die Verlorenen

Bitter und klamm war mir, als die Worte
verloren gingen und aus dem gewohnten Rahmen fielen.
Es waren nicht irgendwelche beliebigen Worte,
– nein – es war vor allem das eine Wort,
das Eine, mit dem alles anfing. –
Würde ich Dich doch wieder finden Du Erstling
unter den Worten: Logos und Silberstreif am Horizont, –
alle Verlorenen wären mit einem Male wieder da.

Michael Heinen-Anders

Auszeit

Es ist wie Ferienbeginn mitten im Sommer.
Ausgefranst ist mein Lebenssaum.
Abgeschmackt sind meine Träume.
Hektisches Gewimmel auf den Straßen,
U-Bahnen fahren im Minutentakt.
Endlos tickt die Atomuhr in Braunschweig schon.
Doch endlich ist das Leben.
Ich warte immer noch auf das große Glück – oder einfach nur
darauf, dass Ruhe einkehrt – allüberall, wie zur Weihnachtszeit.

Michael Heinen-Anders

Wendekreis

Wenn ich wieder einmal jung wär,
würde ich in meiner alten Welt aufräumen,
die Ansprüche entrümpeln
die Aussprüche bedenken
und die
persönliche Aussaat neu schenken.

Michael Heinen-Anders

Meine Wünsche

Ich bin fasziniert von meinen Wünschen.
Sie können als Anregung dienen und mein Leben bereichern, auch wenn manche Wünsche nicht verwirklichbar sind.
In kleinen Teilen kann ich sie aber auch verwirklichen.
Meine Wünsche holen mich aus der Lethargie heraus. Sie bereichern mein Erleben und meine Phantasie.

In der Kommune der freien Liebe und anderswo wünsche ich mir herzliche Kontakte zu vielen Menschen. Ich wünsche mir, mit einer hübschen, lebendigen Frau eine quirlige Umwelt zu genießen.

Wenn ich daran denke, kommt die Lebendigkeit in meinem Herzen hoch, und ich fühle mich positiv angeregt.

Konrad Folkmann

seine Schrift entziffern

wie einst
geliebt fühlen
wie einst
„Racconta mi di te“

„Racconta mi di te“

Stimme ersehnen das verlegene Lachen
verschämt unsicher
nausea geschüttelt
den Mut finden
sich wiederzusehen

einander aus der eigenen Welt erzählen
einander gut sein
Hand in Hand über die Felder radeln
barfuß am Saum des Meeres
Liebende

Angelika G.

Schatten und Licht – Licht und Schatten

Ich vermisse dich, meinen Wald
und hoffe sehr, wir sehen uns bald.
Die Erinnerung an dich verblasst –
so viel Sicherheit, wie du mir gegeben hast.
Nie allein, dazu hatte ich zu viel Respekt vor Dir –
nein, meine Tiere, die waren immer bei mir.
Ich mochte dich sehr, hast mir so viel gegeben –
konnte träumen mit dir und nach Hoffnung streben.
Wundersam leicht hast du mein Herz oft gemacht –
hast mir zugehört, mich niemals ausgelacht.
Bei dir hatte ich für meine Tiere und mich viel Zeit –
erlebte einige Momente der Geborgenheit.
Ich erinnere mich noch gut an den Seerosensee,
an seine Fische und Frösche und an seine gute Fee.
Mit Hund und Pferd durch den Morgentau –
ach, selbst im November mochte ich dein Grau.
Ich habe deinen Bäumen so vieles erzählt –
auch, dass mir meine Mutter sehr fehlt.
Dinge, die ich noch heute niemandem sagen kann,
die hörst du dir mit viel Geduld an.

Irgendwann kehre ich nochmal zu dir zurück –
fülle mein Herz mit Glück
– und sei es nur für einen Moment –
und schaue nach, ob die Fee mich noch kennt.

Du bist das Einzige, das ich an meiner Heimat noch mag.
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich dich nach Antworten frag.

Auch wenn du so weit weg bist, bist du ganz tief in mir,
genau, wie jedes einzelne verlorene Tier.
Und genau auch wie all die Menschen, die ich verloren hab.
Ich find sie eher bei dir, als an ihrem Grab.

Deine Seele ist weit, du strahlst Ruhe aus –
wie in einem von Kerzen beleuchteten Haus.

DANKE!

Mareike Rautenbach

Ruhe sanft

mein Herz, meine Seele,
mein Leib, meine Gedanken,
mein Wille, meine Gefühle,
meine Emotionen, meine Verletzungen,
meine Vergangenheit, meine Zukunft,
meine Ängste, meine Freuden,
meine Sorgen, meine Befürchtungen,
meine Ärgernisse, mein Trotz,
Ruhe sanft

aber NIE soll meine Sehnsucht ruhen.

Sr. Katarina