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Schreibwerkstatt

Lesung

IV. Wandlungen

Eine geschenkte Stunde

ich fliege auf einem Teppich
aus weißen Sternchen
und gelben Sonnen gewebt
ins Mondsteinblau

unter mir ein Meer von Grün
der Wind zaubert Wellen hinein
mal hell mal dunkel
schimmert ein Smaragd

getragen von silbernen Schirmchen
lande ich weich im Moos
in einem duftenden Bett
und esse goldene Träume

Annegrete Feckler

Vertrauen

Fühlen in Nebelschwaden
verloren auf dem großen Feld
der Zerbrechlichkeit

ausgesetzt auf einer einsamen Insel
verwobene Pfade
unbekanntes Terrain
ein niederes Tier tappt im Dunkeln

verwirrt hinter einem alten Baum
suche ich meine verlorenen Träume
die Angst beschleicht mich
wo ist meine alte Kraft

wie alt bist du
zähle nicht die Stunden
mach dein Herz weit
und lass die wahre Natur hinein

Latente Schätze
liegen im Verborgenen
du musst sie nur heben
vertraue auf den Herrn
sei geduldig und bescheiden
harre aus bis der Herr deine Erlösung im Sinn hat

Andrea Schumacher

Jahresrückblick

Nachdem ich von November 2010 bis Februar 2011 in der Klinik war, und das zum x-ten Mal, hatte man mich trotz Panikattacken entlassen. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, ich habe die Hölle geschmeckt. Grotesk, dass ich mit einem einfachen Medikament diese Attacken überwunden habe.

In diese Zeit fällt auch eine weitere Umkehr in meinem Leben, und ich bin sehr dankbar, dass ich darüber die wieder gewonnene Mitte meiner Gesundheit gefunden habe. Es war in meiner Läuterung wie die Umkehr des verlorenen Sohnes, und bis ich es erkannte, lastete deine Hand schwer auf mir, und jetzt ist das Leben wieder eine Freude.

Mein Alltag ist Gottesdienst, und ich bin ein Jünger, wie ich es immer sein wollte. Im Studium habe ich den Begriff der Begriff der Thearchie geprägt, eine Weiterentwicklung von Anarchie, die Thearchie, Gottesherrschaft. Wie gerne würde ich in gesunder Weise an der Thearchie arbeiten, aber es verursacht Schlafstörungen und Beziehungsideen. Ich habe zu lernen, wie ich mich damit befassen kann.

Die Thearchie ist jetzt hinter einem Brett. Ihre Schilder sind abgehängt, und doch sind einige Unteraspekte gesund und wichtig. Ich gehe und lebe meinen Weg, zum Beispiel im Pflegen meiner Freundschaften. Seit ich körperlich richtig arbeite, kann ich auch richtig beten, in Rosenkranz, Eucharistie und Anrufung ist mein Alltag eingefasst. Stille Zeit, Beine hochlegen, Ruhe- und Schweigeübungen tun das übrige.

Paul Kehren

Es regnete in den Wäldern.

Die Erde drehte sich nicht mehr.
Ich lief stehen bleibend
auf der Bergspitze.
Der Himmel war grau.
Ich drehte mich um mich,
achtete nicht auf die Sterne,
sie waren himmlisch,
ich war irdisch.
Ich bemalte mich mit Lehm,
begrub mich ohne Kleider,
ich achtete nicht die Erde,
sie gab mir Brot,
ich warf mich ins Feuer;
als Asche kam ich auf der Welt,
dunkel und staubig,
gab mich dem Wind hin,
er warf mich ins Meer,
ich schluckte alle meine Erinnerungen,
bis ich aufwachte.
Ich sah mich im Spiegel,
die Nacht war groß,
ein Stern stürzte auf die Erde,
er wurde als Samen
in meinem Herzen geboren.
Ich sah Dein Gesicht
und Deine Hände,
sie waren ein Hinweis
auf den Himmel,
auf Gott.
Ich las Dein Herz,
es war rein,
es war Unschuld.
Ich beugte mich willig
vor Deiner Schwelle!

Kami Djahangiri