II. Eingetauft

Eingetauft

Dunkle Fluten im Vordergrund.
Wogen und Wellen.
Rotbraun darin eine Gestalt wie ein Mensch,
der in den Fluten untergeht,
auftaucht,
nach Luft schnappt.
Ein Kreuz in der gleichen Farbe vor hellem, gelbem Hintergrund.

„Das Bild ist mir selbst ein Rätsel ...“
schreibt Karin Hartmann zu diesem Bild.

  • „eingetauft‘ – das Wort stammt nicht von mir.
    Aber ich versuche, ihm zu folgen.
    Sicherlich hatte ich beim Malen des Bildes die Vorstellung:
    Eucharistie, Abendmahl.
    Die Schale, das Brot, das Kreuz und das göttliche Licht.
    Aber wenn ich das Material ansehe,
    aus dem Schale und Brot gemacht sind,
    dann ist das Ganze doch sehr fleischlich:
    eine Gestalt, deren Arme wie eine Schale erhoben sind.
  • Eingetauft – eingetaucht.‘ Eingetaucht in ein dunkles Meer.
    Wasser ist das Urelement,
    das mütterliche Element, aus dem alles Leben kommt.
    Es hat nährende und schützende Eigenschaften;
    Ist, wie Franz von Assisi sagt,
    keusch und rein,
    aber auch auf der anderen Seite dunkel, bedrohlich und tödlich.
  • Eingetauft – eingetaucht‘
    Die Gestalt ist diesem dunklen, tödlichen Element ausgeliefert.