Fünf Minuten vor zwölf

Als ich mich von meinem Mann trennte, hatte ich schon lange vorher darüber nachgedacht. Ich wusste, dass ich mich trennen wollte, aber nicht wie und wann. Ich hatte wenig Geld, keine Wohnung und drei Kinder.
Ich dachte, wenn ich es jetzt nicht tue ist es zu spät. In 5 Jahren schaffe ich es nicht mehr. Dann ist es zu spät. Ich packte zwei Koffer und in zwei Stunden war ich weg.
Es war fünf Minuten vor Zwölf.
Die einzig richtige Entscheidung.
Drei Jahre musste ich auf meine Scheidung warten. In dieser Zeit hatte ich wenig Geld zum Leben. Meistens war es so, dass ich am 15. des Monats nur noch 15 Euro hatte. Das war sehr anstrengend. Aber trotzdem hatte ich immer frisches Obst und Gemüse zuhause. Wenn ich gar nicht mehr weiter wusste, bekam ich einen Lebensmittelgutschein. Er half mir über die Runden. Den ersten eines Monats habe ich immer mit großer Sehnsucht erwartet und dann mein Lager aufgefüllt. Das tat gut.

M.F.