Abschied vom Berufsleben

In einer depressiven Phase, die sich über viele lange Monate hinzog, bekam ich die Aufforderung, meine Rente einzureichen. Ich bekam einen Schock, hing ich doch sehr an meinem Beruf. Er brachte Power, Struktur und Lebensfreude in meinen Alltag. Der Umgang mit Menschen machte mir Spaß. Ich konnte mich immer wieder neu beweisen. Auf den Punkt gebracht: Ich war zufrieden.
Nun sollte das alles zu Ende zu sein? Schlimmer noch, ich wurde nicht nur Rentnerin, ich bekam sehr kurzfristig auch meinen Rentenbescheid: „Erwerbsunfähigkeitsrentnerin“.
Nun fühlte ich mich total abgelehnt, einsam, und überflüssig. Mein Freundeskreis schrumpfte. Ich wusste, dass ich meinem Leben eine neue Struktur geben musste. Aber der Tag hat viele Stunden, und ich war weit davon entfernt, sie auszufüllen. Auf der Suche nach mir selbst, musste ich mich neu orientieren, meinem Leben einen Sinn geben, Freunde finden und neue Aufgaben übernehmen.
Wenn das Wort „Kommunikation“ wieder einen Sinn für mich hat, bin ich auf dem Weg, neue Inhalte zu finden.

K.B.