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- Jubiläumsheft [2004]
Im Sturm

„Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt ...“ – das war das Ursprungsmotiv für dieses Bild. Ein Segelboot und Menschen darin, der Bug geht in ein Kreuz über; Wellen, die fast über dem Boot zusammenschlagen. Das Kreuz ist braun – Erde – und rot umrandet – Leben, Blut, Schmerz. Es ist kein überirdisches Kreuz, sondern ein irdisches, eines aus unseren eigenen Bausteinen, aus unserer Arbeit, aus unseren Hoffnungen, aus unseren Leiden - hineingenommen in das Kreuz Jesu, in Gottes Liebe und Mitleiden, zum Leben bestimmt.
Mir fällt es schwer, unsere Kirche hier im Westen in so einem lebensbedrohlichen Sturm zu sehen, vielleicht eher in einer bedrohlichen Windstille. Aber ob Sturm oder Windstille – Er sitzt mit im Boot und teilt unser Leben. Er scheint zu schlafen, wir vermissen Seinen Trost. Aber zur gegebenen Zeit richtet Er sich auf und herrscht über das Wetter: Der Wind setzt ein, wo Stille herrschte, und bringt das Schiff auf Kurs ins Leben. Gute, erlösende Stille tritt ein, wo vorher der Sturm gewütet hat.
Die Gemeinde hat in meinem Glaubensprozeß eine wichtige Rolle gespielt, negativ und positiv, mal konkret, mal weniger konkret, aber immer als Gemeinschaft der Betenden. In den Zeiten, in denen ich selbst nicht mehr glauben konnte, war es mir wichtig, dass andere für mich stellvertretend beteten.
