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- Jubiläumsheft [2004]
Eingetauft

Das Bild ist mir selbst ein Rätsel, und es fällt mir schwer, in dem, was ich sehe und in meinen Assoziationen einen roten Faden zu finden.
„Eingetauft“ – das Wort stammt nicht von mir, aber ich versuche, ihm zu folgen. Sicherlich hatte ich beim Malen des Bildes die Vorstellung: Eucharistie, die Schale, das Brot, das Kreuz und das göttliche Licht. Aber wenn ich das Material ansehe, aus dem Schale und Brot gemacht sind, dann ist das ganze doch sehr fleischlich: eine Gestalt, deren Arme wie eine Schale erhoben sind.
„Eingetauft – eingetaucht.“ Eingetaucht in ein dunkles Meer. Wasser ist das Urelement, das mütterliche Element, aus dem alles Leben kommt. Es hat nährende und schützende Eigenschaften, ist, wie Franz von Assisi sagt, keusch und rein, aber auch auf der anderen Seite dunkel, bedrohlich und tödlich.
„Eingetauft – eingetaucht.“ Die Gestalt ist diesem dunklen, tödlichen Element ausgeliefert. „... All Deine Wogen und Wellen schlagen über mir zusammen...“ (Ps 88). „...Ich bin im tiefen Schlamm versunken und habe keinen Halt mehr...“ (Ps 69). Aber meine Arme sind erhoben zu Gott, meinem Licht und meinem Heil. Die Gebärde deutet die Bereitschaft an, alle Bedrohung, alle Angst, alle Dunkelheit und allen Schmerz der Welt und der Menschen im Zeichen des Kreuzes anzunehmen und zu Brot werden zu lassen für alle.
