Zu Gast bei Dir

Bild: Zu Gast bei Dir

Ich weiß, dein Haus war immer offen. Ich habe mich nur zu
sehr geschämt, mit meinen schmutzigen Kleidern auf
deinem Fest zu erscheinen.
Gerne hätte ich meinen Rucksack vor deiner Tür abgeladen
– aber ich werde ihn nicht los. So stehe ich nun beladen und
schmutzig mitten in deinem Wohnzimmer.
Ich fasse es nicht – Du legst deinen Arm um mich und sagst:
„Komm!“ Siehst du denn die dicken Schlammschlieren an
meinen wunden Füßen nicht? Ich werde deinen Teppich
ruinieren! Siehst du denn nicht, wie alles an mit trieft und
tropft, wie unaufhörlich meine Tränen fließen?
Was sollen denn die Leute von dir denken, wenn du so
jemanden wie mich an deinem Tisch sitzen lässt?
Wenigstens die Hände hätte ich mir waschen sollen.
Siehst du nicht, wie alle mit dem Finger auf mich zeigen und
rufen: „Die da, aber die doch nicht!“
Ist es wahr, hast du es tatsächlich gerade gesagt:
„Die da, die gehört zu mir!“