Das Ende

Bild: Das Ende

Mein Hunger nach Lieben und Geliebtsein war nicht mehr auszuhalten. Ich brach Schule und Praktikum ab und fuhr nach Hause. Aber alles war noch viel schlimmer, als ich es mir je hätte träumen lassen. Meine Mutter stieß mich nicht nur zurück, sie sprach auch monatelang kein Wort mehr mit mir. Sie wollte sich erst dann wieder meiner erbarmen, wenn ich reumütig auf Knien angekrochen käme, sie um Verzeihung zu bitten, weil ich es gewagt hatte, etwas gegen ihren Willen zu tun. Und es kam der Tag, da kam ich angekrochen, da ergab ich mich, gab ich mich auf, verkaufte ich meine Seele. Plötzlich gab es mich nicht mehr und was noch schlimmer war, an diesem Tag verlor ich auch meinen Gott. Ich war ein Nichts im Nichts. Eine Marionette, die nur noch tat, was man ihr auftrug. In meinen Gedanken war nur noch Irritation. Nichts, was ich dachte, machte noch Sinn. Ich hätte so sehr einen Menschen gebraucht, aber da war niemand.